Sportplatz Waldlust - die erste Begegnung

Als ich im Jahr 1983 aus beruflichen Gründen nach Hagen gekommen bin, bin ich wahrscheinlich nicht aus Zufall in Wehringhausen gelandet. Ein quirliger Stadtteil mit netten Menschen, einer aktiven Kultur- und weniger aktiven Sportszene. Das war der erste Eindruck. Auch die Kneipen machten eine sehr guten Eindruck, das Auberge, besonders auch das Louvremit Minge und Flocke als Wirt, später auch diesem Blonden mit den wüsten Locken, dessen Name mir nicht mehr einfällt. Die Sumpfblüte habe ich nicht mehr kennengelernt, die Pelmke gab es noch nicht.
Aber eine lebendige Langestrasse mit einem Bioladen und einem politischen Buchladen. Alles bestens also für mich in Wehringhausen.
Und dann darf man natürlich nicht das Riesenwaldgebiet vergessen. Sehr schnell ist mir dann etwa 500 Meter vor dem Wildgehege der Sportplatz aufgefallen. Fiese rote Asche, ein etwa heruntergekommener Unterstand und die Umkleidekabinen. Zwei Holzmasten mit ziemlich großen Baustrahlern. Alles nicht im besten Zustand, aber durch die Lage mitten im Wald doch schon ein nachhaltiger Eindruck.

Ich habe jahrelang Fussball gespielt. In einer Stadt in der es  nur  2 Aschenplätze gab, aber 17 Plätze mit gut riechendem, saftigen Rasen. In Hagen war es dann umgekehrt. Zur Zeit sind Kunstrasenplätze der heisse Scheiss. Unter Umweltgesichtspunkten muss hier aber auch noch mal nachgebessert werden.

Der Sportplatz Waldlust – die erste Begegnung. Ich habe auch zuerst nie gesehen, dass dieser Platz genutzt wurde. Keine Linien waren gezogen, keine Menschenseele zu sehen. Das wiederum stellte sich später als Irrtum heraus. Hat mich aber auch nicht gejuckt, weil ich meine sportliche Karriere als abgeschlossen angesehen hatte und Aschenplatz auch nicht so meine Vorliebe war.

Im Frühjahr 1993 habe ich dann zum ersten Mal vom Roten Stern Wehringhausen erfahren, ein paar Leute, die sich auf einer grünen Wiese trafen, um dort zu kicken. Es gab hier den Wunsch, diesem Hobby ein wenig ernsthafter nachzugehen. Kurz darauf wurde ich gefragt, ob ich nicht totale Lust hätte, dort Präsident zu werden. Der Titel hat mir gefallen, den Vereinsnamen fand ich für einen Stadtteil wie Wehringhausen mehr als angemessen und vielleicht würde ja doch noch ein grossartiger Torwart aus mir. Ich sagte zu und für mich gab es keinen anderen Sportplatz für unsere Fussballmenschen als dieser verlassene und vernachlässigte Sportplatz Waldlust.
Niemand hatte was dagegen und so wurde der Sportplatz Waldlust 1993 unser Heimat Platz und ist es bis heute geblieben.

Natürlich ist in diesen knapp 30 Jahren eine Menge auf dem Sportplatz Waldlust passiert. Darüber werde ich dann hier berichten.

RoterStern Wehringhausen

Symbolbild wird noch ausgetauscht

Etwa im Jahre 1997 wurde Karl Heinz Klostermann erst unser Trainer, dann unser Ehrenpräsident. Nachdem immer mehr Details über den Sportplatz Waldlust ans Licht kamen, hatten Karl Heinz und ich die Idee, ein Buch über die aufregende Geschichte der Waldlust zu schreiben.
Im Jahr 2005 wurde dieses Buch vom Roten Stern Wehringhausen herausgegeben. Karl Heinz Klostermann hat in den Archiven recherchiert, Zeitzeugen befragt, Fotos aufgetrieben. Aber es hat sich gelohnt.

Hier kann das Buch von Karl Heinz digital gelesen werden.

Karl Heinz Klostermann hat sehr viel dazu beigetragen, dass der Sportplatz Waldlust heute so ist, wie er ist. Wer sich den Flutlichmast auf der Gegengeraden ansieht, wird dort im unteren Bereich die Polsterung sehen. Was soll ich sagen….Karl Heinz Klostermann. Ein echter Praktiker.